Der erste Texas Holdem Poker Abend

Es war eine internationale Runde von jungen Pokerspielern, die sich an einem warmen Sommerabend auf der Terrasse einer schönen Villa zu einer Runde Texas Holdem traf. Vier Holländer, drei Deutsche, zwei Engländer und ein Iraner. Während die Holländer bereits einige Erfahrung beim Pokern gesammelt hatten, konnte der Rest der Gruppe höchsten auf drei oder vier Partien zurückblicken. Glücklicherweise ist die Sprache des Poker ebenso international, wie es die gemischte Gruppe an diesem Abend war.

Nach einer Übungsrunde, in der die wichtigsten Pokerbegriffe wie blind, raise, check, call und all in geklärt wurden, ging es mit der ersten richtigen Runde los. Mit der Sicherheit von Profis machten die Holländer ihre Einsätze, siegessicher, und einer von ihnen holte sich auch den ersten Pot. Auch der zweite und dritte Pot ging an denselben Spieler. Nun muss man wissen, dass Poker kein Mannschaftssportart ist. Hier gibt es keine Freundschaften während des Spiels. Während sich also die Anfänger der Runde mit ihren Einsätzen vornehm zurückhielten und nur bei einem Pärchen, König oder As mal etwas höher setzten, fühlten sich die restlichen drei Holländer gezwungen, es ihrem erfolgreichen Partner gleichzutun. Schon nach einer halben Stunde hatte es den ersten von ihnen erwischt. Die hohen Verluste aus den ersten Runden zwangen ihn zu einem ersten all in, das er prompt verlor. Da waren es nur noch drei.

Erstaunlicherweise entwickelt ein Pokerspiel mit der Zeit eine Eigendynamik. Wer immer nur bezahlt ohne zu gewinnen, der verliert sein Selbstbewusstsein. Wer trotz mittelmäßiger Karten abräumt, dem gelingt auf einmal alles. Da werden Anfänger, die drei gute Blätter hintereinander hatten, plötzlich zu ausgebufften Schlitzohren, die mit unschuldigem Blick und einem Royal Flush auf der Hand Stück für Stück erhöhen. Während der Poker-Anfänger tatsächlich länger überlegen muss, halten die Profis sein Zögern für eine Unsicherheit, die auf ein schlechtes Blatt zurückzuführen ist und gehen fleißig mit.

Nach einer Stunde musste sich die Pokerrunde von zwei weiteren Spielern verabschieden. Es waren die Oranjes, die sich bei einem dreifachen all in als schlechte Verlierer zeigten und den Tisch murrend verließen. Gegen Anfänger verloren, welch eine Schmach. Der Rest des Abends ist schnell erzählt. Dank einiger guter Hände und etwas Glück beim Setzen war das WM-Finale von 1974 nicht mehr weit. Holland und Deutschland hatten etwa gleich viel Geld und der große Showdown konnte beginnen.

Nun muss man wissen, dass es eine Sache ist, im Spiel gut auszusehen, eine andere aber, den Sack am Ende zuzumachen. Ein Poker-Duell hat andere Spielregeln, als eine große Runde. Hier kann man sich nicht mehr in der Anonymität der Gruppe verstecken und Anfänger können auch nicht mehr auf ihr Glück hoffen. Der Holländer spielte nun seine ganze Erfahrung aus und zermürbte den Deutschen. Die blinds gingen hin und her, ohne dass sich etwas Entscheidendes tat. Jedes Mal wenn der Deutsche glaubte, eine gute Hand zu haben, fing er an zu setzen. Höher und höher, doch Holland spielte nicht mit und zahlte fleißig nur seine blinds. Das änderte sich erst in dem Augenblick, als Piet wusste, dass sein Blatt besser war, als das von Michel. Einmal abgeräumt, ein zweites Mal all in und fertig. Das ist Pokern.

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